Schmerzmittel in der Schwangerschaft - was ist sicher?

Schmerzmittel in der Schwangerschaft - was ist sicher?

Inhalt des Beitrags

    Schmerzen und Fieber können auch in der Schwangerschaft auftreten, zum Beispiel bei Kopfschmerzen, Zahnprobleme oder einer begleitenden Infektion. Viele Schwangere fragen sich dann: Welches Schmerzmittel darf ich nehmen?

    Paracetamol - der Standard bei Schmerzen und Fieber

    Paracetamol gilt als das bevorzugte Schmerz- und Fiebermittel in der Schwangerschaft, wenn eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. In der Europäischen Union wird Paracetamol weiterhin als Mittel der Wahl empfohlen, wenn Schmerzen oder Fieber auftreten und eine Arzneimitteltherapie erforderlich ist. Dabei wird es in der niedrigsten wirksamen Dosis und für die kürzest mögliche Zeit eingesetzt.

    Zahlreiche Daten aus klinischen Erfahrungen und epidemiologischen Studien zeigen, dass Paracetamol über Jahrzehnte hinweg bei Schwangeren angewendet wurde, ohne Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen beim Kind zu liefern. Auch wenn es in der medizinischen Literatur Diskussionen über mögliche Zusammenhänge mit Langzeitentwicklung gibt, bestätigt die aktuelle wissenschaftliche Bewertung, dass Paracetamol bei richtiger Anwendung weiterhin als gut verträglich gilt.

    Wichtig ist es, Paracetamol nur dann einzunehmen, wenn es wirklich nötig ist, und - wie bei allen Arzneimitteln - nicht „blind“ über längere Zeiträume oder ohne ärztliche Rücksprache.

    Ibuprofen und andere NSAR - eingeschränkt einsetzbar

    Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln (etwa bis zur 28. Schwangerschaftswoche) gehört Ibuprofen neben Paracetamol zu den Analgetika, die bei Bedarf eingesetzt werden können, aber auch hier gilt: nur nach ärztlicher Empfehlung und nicht über längere Zeiträume.

    Ab dem dritten Trimester wird von der Einnahme von Ibuprofen und anderen NSAR in der Schwangerschaft in der Regel abgeraten, da hier bekannte Risiken bestehen. Dazu gehört unter anderem ein möglicher vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus (ein wichtiger fetaler Gefäßweg) und Auswirkungen auf die Nierenfunktion des Fötus, weshalb diese Wirkstoffe im letzten Drittel der Schwangerschaft oft nicht eingesetzt werden.

    Zusammengefasst - wenn Schmerzen auftreten

    • Paracetamol kann in allen Phasen der Schwangerschaft genutzt werden, wenn Schmerzen oder Fieber medikamentös behandelt werden müssen. Es gilt als gut erforschte und häufig empfohlene Option, solange es in der niedrigsten wirksamen Dosis und nur kurzfristig verwendet wird

    • Ibuprofen kann im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft bei Bedarf eingesetzt werden, sollte aber nur mit ärztlicher Absprache erfolgen und im dritten Trimester vermieden werden

    • Andere Kombinationspräparate, starke Schmerzmittel oder langfristige Einnahmen sollten grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

     

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